Soul & Creation Dipl. Psych. Karen Ritterhoff

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Toxische Beziehungen und Bindungsmuster

Bist du in einer toxischen Beziehung?

Toxische Beziehungen sind zumindest für einen der Partner sehr unglücklich und schmerzhaft und doch vermag sich dieser auch nicht zu trennen.

In fast jeder Beziehung gibt es einen Partner mit mehr verlustängstlichen Verhalten und einen mit mehr bindungsängstlichen Verhalten. Doch bei toxischen Beziehungsmustern sind diese Ausprägungen viel extremer. Aufgrund der fehlenden Trennungskompetenz sind toxische Beziehungen oft gleichzeitig unglücklich wie stabil und können lange halten.

Verlustangst

Verlustängstliche Menschen passen sich zumeist in Beziehungen stärker an. Sie engagieren sich mehr und sind häufig auch bedürftiger und kontrollierender. In toxischen Beziehungen sind Verlustängstler abhängig von der Bindung zum anderen.

  • Sie lassen sich immer liebloser behandeln und nehmen Bindungsverletzungen hin.
  • Verlustängstliche entschuldigen alles, um die Bindung aufrecht zu erhalten.
  • Sie halten daran fest, dass der Partner sich ändern kann und wird.
  • Dabei leiden sie an extremen Liebeskummer, auch innerhalb von Beziehungen.
  • Sie haben weniger Ziele und Engagement für die Bereiche außerhalb von Beziehung, weil sie sich zu intensiv auf die Beziehung fokusssieren.
  • Verlustängstliche Menschen sind in Gedanken extrem mit dem Ex/Partner beschäftigt.
  • Sie reagieren anklammernd und kontrollierend besonders bei Bindungsverletzungen und besitzen sehr wenig Trennungskompetenz.
  • Verlustängstliche Dauersingle vermeiden Beziehungen, denn sie fürchten zu stark die Schmerzen durch Bindungsverletzung.
toxische Beziehungen durch unsichere Bindung, Verlustangst und Bindungsangst, klammern oder meiden,
Bindungsangst

Bindungsängstliche Menschen fürchten in Beziehung den Selbstverlust und die Verletzung ihrer Grenzen. Sie neigen daher zum Rückzugsverhalten. In toxischer Ausprägung verweigern und sabotieren sie Beziehung und Ausandersetzung.

  • Bindungsängstliche fühlen sich in Beziehung leicht eingeengt, kontrolliert und wenig respektiert.
  • Sie reagieren mit Rückzug und werden emotional unerreichbar.
  • Auseinandersetzung und Beziehungsgespräche werden verweigert.
  • Sie fliehen aus der Beziehung durch Arbeit, Sucht, Fremdgehen.
  • Gefühlstod: Sie spalten ihre Gefühle ab, um sich aus der Beziehung zurückziehen zu können.
  • Sie kommen und gehen, trennen sich und kommen wieder zurück.
  • Oft befinden sie sich in ständiger Beziehungsanbahnung oder kurzlebigen Beziehungen.
  • Im Extremfall finden sich hier narzißtische Verhaltensweisen, gekennzeichnet durch Abspaltung und Projektion.
Kennzeichen toxischer Beziehung
  • Die Beziehung beginnt sehr intensiv mit extremer Verliebtheit und Liebesbeteuerungen (Seelenpartner)
  • Es gibt kein langsames Kennenlernen und die Beziehung entwickelt sich sehr schnell.
  • Nach der ersten Hochphase folgt eine plötzliche Phase von Kritik, Abwertung und Abwendung.
  • Ein Partner zieht sich immer mehr zurück und wird emotional unerreichbar.
  • Es gibt Bindungsversprechen für die Zukunft, die aber nicht eingehalten werden.
  • So entwickelt sich eine Krümelbeziehung, in der es immer weniger emotionale Begegnung und Zuwendung gibt. Die Beziehung wird aber dennoch aufrechterhalten.
  • Es kommt massiv zu Bindungsverletzungen wie Fremdgehen, Unehrlichkeit, Vertrauensbrüchen.
  • On/Off – Beziehung: häufige Wechsel von Streit und intensiver Versöhnung, Trennung und wieder Zusammenkommen.
  • Typisch sind auch Beziehungsdreiecke, denn so können Bindungsängstliche den Bindungsdruck vermeiden..
Hilfe bei toxischen Beziehungen
Hilfe bei toxischen Beziehungen, Selbstliebe stärken, den Liebeschip ändern

Wenn du häufig unglücklich in Beziehungen bist oder du dich gar nicht mehr auf Beziehungen einlassen kannst, ist es wahrscheinlich, dass du ein schwieriges Beziehungsmuster hast. Dann wirst du dich auch in den obigen Beschreibungen zumindest teilweise wiedererkannt haben. Menschen mit unsicherer Bindung zeigen in Beziehungen entweder verlustängstliches oder bindungsängstliches Verhalten. Allerdings kann dies auch phasenweise wechseln und bei einigen Menschen können sogar beide Ängste gleichzeitig stark vorkommen.

Diese Verhaltensmuster prägen unsere Wahrnehmungen und Reaktionen in nahen Beziehungen und sind sogar bestimmend in der Wahl unserer Liebespartner. Offensichtlich ziehen verlustängstliche Menschen geradezu magnetisch bindungsängstliche Partner an (natürlich auch umgekehrt). Je stärker der eine Pol bei der/der einen ausgeprägt ist, desto stärker wird auch der Gegenpol beim Partner/der Partnerin sein. Diese biografisch verankerten Beziehungsmuster nennt der Paartherapeut Ch. Hemschemeier den Liebeschip. Doch der Liebeschip ist veränderbar durch neue Erfahrung und innere Ausrichtung! Das braucht allerdings einige Zeit und Arbeit an sich selbst, denn es geht grundlegend um dein eigenes inneres Selbstbild, die Veränderung deiner Glaubenssätze und die Verbesserung deiner Selbstliebe. Meist ist dafür auch eine Hinwendung zu den früheren kindlichen Erfahrungen hilfreich. Wenn du bei dieser Arbeit Unterstützung und Begleitung möchtest, kannst du gern einen Einzeltermin mit mir vereinbaren.

Die Paarberatung bei toxischen Beziehungsmustern ist grundsätzlich auch möglich, jedoch nur wenn wirklich beide Partner dazu bereit sind. Dies ist leider eher sehr selten der Fall, da der bindungsmeidende Partner damit seine Abwehrstrategie, die ihn vor seinen Ängsten schützt, aufgeben muss.